Makler darf keine Gebühren verlangen

Gute Nachrichten für Mieter! Das Landgericht Stuttgart hat entschieden, dass Makler Wohnungsbesichtigungen kein Entgelt von potenziellen Mietern verlangen.

Zuvor hatte ein Immobilienmakler bis zu 50 Euro pro Wohnungsbesichtigung von Interessenten verlangt. Auf diese Weise wollte er das sogenannte Bestellerprinzip umgehen, welches besagt, dass derjenige den Makler zahlen muss, der ihn beauftragt hat. Diese Regelung ist im Juni 2015 in Kraft getreten und soll Mieter vor hohen Maklergebühren schützen.

In Stuttgart entwickelte ein Makler jedoch eine neue Geschäftsidee: Für Wohnungsbesichtigungen verlangte er von Mietinteressenten eine Gebühr zwischen 35 und 50 Euro. Als Begründung für die Gebühr erklärte der Makler, dass er gar kein Makler sei, sondern ein Dienstleister, der er lediglich das Wohnungsinserat schalte sowie die Besichtigungen organisiere. Und zu einer Maklertätigkeit gehöre es aber beispielsweise auch, den Mietvertrag aufzusetzen. Daher gelte das Bestellerprinzip für ihn nicht.

Gegen diese Einschätzung ging der Mieterverein Stuttgart schließlich vor und bekam nun vor dem Landgericht Recht. Die Richter sahen im Geschäftsgebaren des Maklers einen Verstoß gegen das Wohnungsvermittlungsgesetz. Dass der Makler sich selbst nicht Makler, sondern Dienstleister nennt, war dabei unerheblich. Entscheidend sei, dass er eine Maklertätigkeit ausgeübt habe.

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