Fünf Fallen bei der Immobilien-Finanzierung

Niedrige Hypothekenzinsen verleiten viele Interessierte einen hohen Kredit für die Finanzierung ihres Traumhauses aufzunehmen, denn der Kauf erscheint auch ohne Eigenkapital derzeit erschwinglich. Dieses Vorgehen hat jedoch nicht nur Vorteile.

Zunächst muss zwischen Brutto- und Nettofinanzierung unterschieden werden. Nimmt der angehende Immobilienbesitzer einen Kredit über 100 Prozent des Kaufpreises auf (der gesamte Kaufpreis kommt vom Geldinstitut), redet man von einer Nettofinanzierung.

Bei der Bruttofinanzierung werden auch die weiteren Posten wie Maklerprovision, Notargebühren, Grundbucheintrag und Grunderwerbssteuer einkalkuliert. Diese Kosten, die noch einmal bis zu zwölf Prozent des Kaufpreises ausmachen können, werden durch Kosten für Umzug oder Renovierung ergänzt.
Hat ein potenzieller Käufer keinerlei Eigenkapital, wird also eine Bruttofinanzierung benötigt, um alle Kosten decken zu können.

Geldinstitute verlangen für einen solchen Kredit jedoch sehr hohe Zinsen, weshalb es ratsam ist, zumindest die Begleitkosten aus Eigenkapital decken zu können. Außerdem lehnen manche Banken Bruttofinanzierungen aufgrund des Risikos auch grundsätzlich ab.

Wenn Sie sich für eine Finanzierungsart entschieden haben, rechnen Sie Laufzeit und Tilgungsrate nach, denn wer eine hohe Summe aufnimmt, zahlt sehr lange ab. Im Durchschnitt zahlen Immobilienbesitzer rund 30 Jahre lang ihren Kredit ab.

Während der Zeit steht das entsprechende Geldinstitut übrigens mit im Grundbuch. Erst wenn die Hypothek komplett beglichen ist, wird der Käufer alleiniger Besitzer der Immobilie.

Niedrige Zinsen wirken verführerisch

Niedrige Zinsen locken den Kreditnehmer zwar mit einer höheren Tilgung, jedoch sollte hier genau durchgerechnet werden, welche Summe sich der Käufer wirklich leisten kann, ohne ans finanzielle Limit zu geraten. In diesem Zug sollten außerdem alle Eventualitäten, wie Arbeitsunfähigkeit, Kinderzuwachs oder der Bedarf eines neuen Autos mit einkalkuliert werden.

Des Weiteren sollte sich früh genug über die Anschlussfinanzierung Gedanken gemacht werden. Häufig ist bei Hypothekenverträgen eine Zinsbindung von zehn Jahren festgeschrieben, steigen danach die Zinsen, kann dies zu Problemen führen.

Natürlich besteht immer die Möglichkeit den aufgenommenen Kredit frühzeitig durch eine größere Zahlung zu tilgen. Dies kann jedoch schnell zu höheren Kosten führen, da der Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung zusteht, wenn im Vertrag ein fester Zinssatz vereinbart war.

Daran sollte vor der Tilgung unbedingt gedacht werden, so kann es für den Kreditnehmer günstiger sein, diesen einfach per Raten bis zum geplanten Ende zurückzuzahlen anstatt ihn vorzeitig zu tilgen.

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